1. August 2016 mainwunder

Wenn Leser-Aktionen scheitern

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Es ist ein Phänomen. Da plane ich als Autorin oder Autor ein Gewinnspiel oder eine Aktion für meine Leser, habe womöglich viel Zeit in die Organisation und Mühe für Preise investiert – und dann passiert nichts. Ein paar Likes, so gut wie keine Kommentare und erst recht keine Dynamik. Was ist passiert? 
Warum scheitern Leser-Aktionen? Das wollen wir uns im heutigen Beitrag einmal genauer ansehen. 

Was bei anderen funktioniert, muss nicht für Dich das Richtige sein

Wenn wir bei anderen Autoren eine Aktion sehen, die mehrere hunderte Kommentare und Likes hat, die Leser begeistert das Gewinnspiel teilen und sich ein halbes Bein ausreißen, um zu gewinnen, dann wollen wir das auch. Klar oder? Dafür machen wir es schließlich, um die Aufmerksamkeit unserer Leser zu erhaschen. Nun muss ich Dich aber leider enttäuschen, denn: Was bei anderen funktioniert, muss nicht auch bei Dir funktionieren. Von welchen Aspekten ist das abhängig?

1. Die Reichweite
Die Reichweite ist für das Gelingen einer Leser-Aktion oder eines Gewinnspiels entscheidend. Einerseits wollen wir an Reichweite dazu gewinnen, wenn wir eine solche Aktion starten. Andererseits brauchen wir bereits eine gewisse Reichweite, damit eine Aktion erfolgreich werden kann. Wenn ein anderer Autor also z.B. über 2000 Follower auf seiner Seite hat und Du nur 200, dann ist klar, dass Deine Resonanz nicht wie bei ihm ausfallen wird. Es gilt also, hier realistisch zu bleiben und seine Aktion entsprechend auszurichten. Habe ich als Autor noch nicht viel Reichweite, ist mein primäres Ziel der Aktion, diese auszubauen. Dann kann ich eine Aktion so entwickeln, dass sie auf eben dies abzielt. Eine Aktion, die zwar nett ist, aber nichts für das eigentliche Ziel tut, wird dann leider nicht den gewünschten Effekt bringen. 

2. Der Schwierigkeitsgrad
Damit Leser heute Lust haben, an einer Aktion oder einem Gewinnspiel teilzunehmen, muss das, was sie tun müssen, schnell verstanden werden und leicht umzusetzen sein. So kann – je nach Thema – das Posten eines Bildes leicht oder eben kompliziert sein, z.B. wenn das Thema so komplex ist, dass dem Leser dazu schnell nichts einfällt. Oder die Anleitung für ein Gewinnspiel ist so kompliziert, dass man sie – wenn überhaupt – erst nach mehrmaligem Lesen versteht. Oder der Leser muss mehrere Klicks tätigen, um überhaupt teilnehmen zu können. Diese Zeit hat bzw. nimmt sich heute niemand, dafür passiert zu viel in kurzer Zeit und dafür gibt es zu viele Gewinnspiele, an denen sie einfacher teilnehmen können. 

3. Die Leserstruktur
Wir sind immer noch bei dem anderen Autor, der so eine riesige Resonanz auf seine Aktion hatte. Nun – dieser Autor hat möglicherweise eine andere Leserstruktur als Du. Das heißt, seine Leser sind vielleicht in einem anderen Alter, mögen andere Bücher und weisen eine andere Online-Aktivität auf. Leser und Leser sind nicht über einen Kamm zu scheren. Wenn Du also fest stellst, dass Deine Leser auf diese oder jene Aktion nicht mit Aktivität reagieren, brauchen sie etwas anderes. Und das gilt es herauszufinden. 

4. Mit gutem Beispiel vorangehen
Wenn Autoren, die bisher noch nicht so aktiv in den Social Media Netzwerken waren, nun selbst eine hohe Aktivität von ihren Lesern erwarten, wird es schwierig. Nur wer selbst viel präsent und aktiv ist, auf Kommentare seiner Leser antwortet und wirklichen Austausch sucht, der bekommt eben dies zurück. Im Kern wünscht sich jeder Leser den Kontakt zum Autor, sonst hätte er seine FB-Seite ja nicht geliked. Das heißt, konsequent kommunizieren und auf den Leser eingehen – dann klappt´s auch umgekehrt mit der Beteiligung bei Leser-Aktionen.

5. Abwechslung und Spaß

Viele Kommentare und Likes sind nicht immer entscheidend. Wenn Du nur 10 User erreichst, diese aber ganz viel Spaß bei Deiner Aktion haben, dann hast Du im besten all 10 neue, treue Leser gewonnen. Sie behalten Dich im Kopf als ein Autor, mit dem es Spaß macht und sie werden bei jeder weiteren Aktion von Dir wieder dabei sein. Ich bezeichne das in meinem Social Media Modell immer als „Entertainment“, denn es geht darum, den User zu unterhalten und dadurch eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Neben harten Zahlen sollte man diesen wichtigen Aspekt nicht vergessen.

Jetzt weißt Du, warum Leser-Aktionen scheitern können. Wenn Du spürst, dass Dein Gewinnspiel oder Deine Aktion nicht funktioniert, zieh sie trotzdem bis zum Schluss durch. Nur in Ausnahmefällen, z.B. wenn wirklich gar nichts passiert, kannst Du sie zurück ziehen. Nutze diesen Fall aber, um bei Deinen Lesern nachzuhaken, warum sie sich nicht beteiligt haben. War es der Gewinn, war es zu kompliziert oder haben sie einfach gerade andere Dinge um die Ohren? So kannst Du dazulernen und es beim nächsten Mal mehr an ihren Bedürfnissen ausrichten. 

 

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