24. März 2016 mainwunder

Blogtour adé – ein Lebewohl an eine verstaubte Marketingaktion

Wer mich kennt weiß, dass ich langweilige Aktionen nicht mag. Ja – sie geradezu für Zeitverschwendung und sinnlos halte. Was langweilig ist, bewegt nicht. Nicht den Autor, nicht den Blogger und schon gar nicht den Leser – den potenziellen Käufer, dem wir ein Buch so schmackhaft machen wollen, dass er es unbedingt und gleich kaufen möchte. Ich habe auf der Leipziger Buchmesse mit vielen Bloggern darüber gesprochen und immer die gleiche Reaktion erfahren. Blogtouren sind out. Kreativität ist in. Blogger sind gelangweilt, ja gar genervt und wünschen sich etwas anderes. Aber was?

Blogtouren sind zu einem verstaubten Marketinginstrument mutiert. Eigentlich gut gedacht diente eine Blogtour einst dazu, ein Buch in einem festen Zeitraum (meistens einer Woche) auf verschiedenen Blogs vorzustellen, es aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, um so dem Leser ein umfassendes Bild vom Buch vorzuzeichnen. Leider ist dieses Konzept zu einem verstaubten Instrument geworden, das nunmehr jeder macht – und damit langweilig geworden ist.

Die Themen, die sich eigentlich rund um das Buch drehen sollen, werden häufig ohne jeglichen Zusammenhang zum Buch abgearbeitet. Manchmal wie im Akkord. Das ist vor allem ärgerlich für den Blogger, der sich damit viel Mühe macht und wenig Output – nämlich Leser, Kommentare und Reichweite erhält. Auch der Autor profitiert längst nicht mehr hinreichend davon. Zwar kann man einer Blogtour durch intensive Betreuung und spannende Themen wieder ein wenig Leben einhauchen, doch die Realität sieht düster aus. Autoreninterviews im Rahmen der Touren werden so gut wie nicht mehr gelesen. Beiträge nicht mehr kommentiert und noch weniger geteilt. Eigentlich toter Content.

[bctt tweet=“Blogtouren sind zu einem verstaubten Instrument geworden, das jeder macht – und langweilig geworden ist.“]

Doch genug darüber, warum das Konzept der Blogtour heute längst überholt ist. Reden wir darüber, was zeitgemäßes Buchmarketing und spannende Blogger-Arbeit ist. Reden wir wieder darüber, wie man Bücher wirklich erlebbar macht. Nicht auf Messen, nicht in der Brigitte-Zeitschrift. Nein – dort, wo Leser und Blogger sich heute täglich aufhalten – online. Denn darum geht es doch – neben den üblichen Social Media Kampagnen machen einzigartige Blogger-Aktionen deren Follower und Leser auf Bücher aufmerksam. Sowohl der Blogger, aber vor allem der Leser muss das Gefühl haben, die Seiten riechen, die Geschichte intensiv fühlen zu können. Der Autor soll anfassbar sein, wie ein Freund, der uns das stressige Leben mit guten Büchern für einige Lesemomente schöner macht. Blogtouren machen niemanden mehr anfassbar.

[bctt tweet=“Langweilig ist nicht meine Sprache.“]

Zurück aus Leipzig habe ich daher beschlossen, das Konzept der Blogtour – so wie es aktuell kursiert – nicht mehr durchzuführen. Auch den Namen „Blogtour“ werde ich für mich und in der Kommunikation mit Bloggern, Autoren und Verlagen streichen. Denn: Langweilig ist nicht meine Sprache. Vielleicht wird es jetzt den ein oder anderen Aufschrei geben, schließlich mag man ungern eingefahrene Systeme ändern. Aber wir müssen mit der Zeit gehen und uns die technischen Möglichkeiten und vor allem die Individualität und Kreativität zu Nutze machen, um Bücher so zu vermarkten, dass es allen Beteiligten Spaß macht und Ergebnisse bringt.
Wir bei mainwunder werden deshalb nur noch individuelle Blogger-Aktionen gestalten. Von Video- oder Fototouren über Thementouren, die an das jeweilige Buch angepasst sind. So werden wir bei einem Erotikroman keine Blogtour machen, sondern eine „Schlafzimmer-Tour“, bei der wir mit dem Thema Erotik intensiv auf Tuchfühlung gehen. Wir werden dabei die ganze Bandbreite an (technischen) Möglichkeiten wie Videos, Instagram-Einbindung, Live-Lesungen, Live-Chats, Podcasts und vieles mehr nutzen, um Buch und Autor wieder ins Rampenlicht zu rücken. Und das gemeinsam in intensiver Zusammenarbeit mit Bloggern. Denn nur gemeinsam können wir Literatur auf Dauer online erlebbar machen.

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