„Wenn man die Bestsellerliste anpeilt kann man es gleich lassen“

Interview mit Oliver Buslau, erfolgreicher Krimiautor und Herausgeber der Zeitschrift TextArt über den Erfolgsfaktor Regionalität, realistische Ziele und individuelles Buchmarketing

Oliver Buslau

Copyright: Felix Mayr

Als Autor möchte man natürlich wissen: Wie kann ich mit meinen Büchern erfolgreich werden? Wir haben mit einem ganz besonderen Autor gesprochen, der uns heute genau dazu einiges erzählen wird: Oliver Buslau schreibt seit vielen Jahren Regionalkrimis,verlegt seine Bücher sowohl in kleinen als auch großen Verlagen, ist Herausgeber der Zeitschrift TextArt – kurz: ein Mann, der aus der deutschen Buchwelt nicht wegzudenken ist. Er lebt das Schreiben – hier verbindet er seine Leidenschaft für spannende Geschichten mit Musik. Wir wollten tiefer in sein Leben als Autor eintauchen, wollten wissen, wo er seine Inspirationen und die Motivation für seinen immer währenden Schaffungsprozess her nimmt. Er wird uns verraten wie man als Autor erfolgreich werden und es bleiben kann.
Mehr Infos zu Oliver findet ihr auf seiner Website.


mw: Lieber Oli, Du bist erfolgreicher Krimiautor, Herausgeber der Zeitschrift TextArt, gibst Workshops in Kreativem Schreiben…woher nimmst Du Deine Ideen und Inspirationen? 

Oliver Buslau: Abgesehen davon, dass ich das so ganz genau letztlich auch nicht weiß, ist das für die einzelnen Projekte natürlich verschieden. Ich fange mal mit den Krimis an: Da inspirieren mich bei meinen Regionalkrimis, die ja im Bergischen Land bei Köln spielen, vor allem Orte. Ich fahre in Städten wie Wuppertal, Remscheid und Solingen herum, halte mich an den verschiedensten Schauplätzen auf und frage mich: Was könnte hier passieren, was ist hier schon passiert? Das können Sehenswürdigkeiten wie die Müngstener Brücke sein, aber auch weniger Bekanntes wie zum Beispiel die Autobahnraststätte Remscheid an der A1, die in meinem diesjährigen Krimi „Wupper Wut“ eine Rolle spielt und sich aus verschiedenen Gründen als Tatort hervorragend eignet. Einige Krimis von mir spielen in der Musikszene. Da haben mich dann natürlich ganz andere Themen inspiriert, auf die ich bei Recherchen über klassische Musik gekommen bin (ich war ja in meinem vor-schriftstellerischen Leben Musikjournalist) – zum Beispiel die Zusammenhänge zwischen Musik und Spionage (verarbeitet im historischen Preußen-Krimi „Schatten über Sanssouci“) oder die geheimen Chiffren in den Partituren von Johann Sebastian Bach („Die fünfte Passion“) bis hin zum Orpheus-Mythos, der auch religiöse Aspekte hat („Die Orpheus-Prophezeiung“). Für meine Zeitschrift TextArt muss ich mir zum Glück ja nicht so viel selbst ausdenken, denn wir haben sehr gute freie Mitarbeiter, die mir vieles antragen. Wenn es mal trotzdem eng wird, greife ich auf, was Schreibanfänger und Schreibanfängerinnen zum Beispiel so in unserem Forum fragen, und daraus entwickeln wir dann neue Themen.

mw: Wie kamst Du dazu, eine Zeitschrift über Kreatives Schreiben herauszubringen?

Oliver Buslau:: Wie gesagt, habe ich ja lange als Musikjournalist gearbeitet. Ende der 90er wollte ich mal was anderes schreiben als immerzu CD-Kritiken und Einführungstexte über klassische Musikwerke und begann mit einem Krimi. Mir war als Journalist klar, dass die handwerkliche Seite beim Schreiben eine große Rolle spielt, und so las ich auch einige Bücher über Kreatives Schreiben. Bekannte brachten mir Zeitschriften zu dem Thema aus Amerika mit. Und dabei fiel mir auf, dass genau so eine Zeitschrift in Deutschland fehlte. Ich hatte Kontakte zu Zeitschriftenherausgebern wie dem Verleger Carsten Dürer, mit dem ich dann TextArt realisierte. Das erste Heft erschien im Jahre 2000 – im selben Jahr wie mein erster Krimi. Das Magazin hat sich also mit meiner Autorenkarriere sozusagen mitentwickelt. Und ich habe es letztlich gegründet, weil ich selbst so eine Zeitschrift lesen wollte.

mw: Du bist schon lange Autor und stehst aufgrund Deiner Lehrtätigkeit viel mit anderen Autoren in Kontakt und bekommst viele Enttäuschungen mit, wenn man es dann doch nicht in die Bestsellerlisten geschafft hat. Woran denkst Du, liegt es, dass es bei vielen dann doch nicht klappt wie sie es sich vorstellen?

Oliver Buslau: Muss man es denn in die Bestsellerliste schaffen, um als Autor erfolgreich zu sein? Natürlich nicht. Mir ist das ja auch noch nicht gelungen. Wenn man das als Ziel anpeilt, kann man das Schreiben gleich lassen, denn das zu erreichen ist so unrealistisch wie ein Lottogewinn. Also sollte man gar nicht damit rechnen und sich erst mal überlegen, was man als Autor oder als Autorin überhaupt grundsätzlich machen will oder kann. Es ist durchaus möglich, in diesem Bereich Fuß zu fassen und regelmäßig zu veröffentlichen.

Meiner Erfahrung nach gehören dazu Dinge, die eigentlich sehr banal sind, die aber oft vergessen werden.

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